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22.08.2013

Ohne Retter geht es nicht

Gedanken zum Evangelium am Sonntag, 25. August 2013.

Wen beschäftigt heute diese Frage? "Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?" Für viele, die an ein Leben nach dem Tod glauben, ist es klar: "Wir kommen alle in den Himmel". Kaum jemand glaubt noch, dass es eine Hölle gibt, dass also manche, vielleicht sogar viele, nicht gerettet werden. Denn um die Frage der ewigen Rettung oder der ewigen Verdammnis geht es dem, der Jesus diese Frage stellt. Für die, die nicht an ein Leben nach dem Tod glauben, ist sowieso alles mit dem letzten Atemzug zu Ende. Die Frage kann für sie nur sein: Wie kann mein Leben gut gelingen ehe alles aus ist?

 

Für die Bibel aber ist diese Frage ganz zentral: Wie kann ein Leben so gelingen, dass es mit dem Tod nicht abstürzt in ein ewiges Verlorensein? Oder, wie Martin Luthers große Lebensfrage lautete: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Jahrhundertelang hat diese Frage die meisten Menschen zutiefst bewegt. Große Lehrer der Christenheit vertraten die Ansicht, dass ein Großteil der Menschen in die ewige Verdammnis stürzt, und dass nur wenige gerettet werden und in den Himmel gelangen. So etwa der heilige Augustinus, dessen Fest wir am kommenden Mittwoch feiern. Er berief sich für seine Ansicht unter anderem auf das heutige Evangelium: "Viele werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen." Denn das Tor zum Himmel ist eine "enge Tür".

Wer schafft es, sich da hineinzuzwängen? Hat Jesus nicht auch gesagt: "Breit ist der Weg, der ins Verderben führt, schmal ist der Weg, der zum Leben führt". Und er sagte auch, dass viele den breiten, nur wenige den schmalen Weg wählen.

Was entscheidet über die Wahl des Weges? Wir selber? Oder wird über uns verfügt? Sind die einen für den Himmel, die anderen für die Hölle "vorherbestimmt"? So lehrte etwa im 16. Jahrhundert der Reformator Johannes Calvin, und auch er glaubte, sich auf die Bibel berufen zu können. Was lehren uns alle diese Diskussionen der Theologen und Schriftgelehrten? Vor allem aber: Was ist Jesu eigene Lehre? Wie sieht sie aus, wenn wir uns ihr ehrlich stellen und sie uns nicht nach unserem Geschmack zurechtbiegen?

 

Ich behaupte nicht, alles verstanden zu haben, was Jesus lehrt. Ich versuche, schlicht für mich selber herauszufinden, was ER mir persönlich sagen will. Und da vernehme ich vor allem eine Botschaft: Gott will mein Glück! Er will, dass ich lebe, und dass mein Leben gelingt. Aber er sagt mir auch: Das ist nicht einfach garantiert. Da gibt es Risiken. Du kannst das Ziel verfehlen. Wirklich ernst ist die Sache. Tu nicht so, als wäre alles sowieso "ok"! Sein Stichwort für mich: "Bemühe dich mit allen deinen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen!"

 

Darauf meine Reaktion: Herr, du weißt doch, ich bin ein fehlerhafter Mensch. Vieles gelingt mir nicht so recht. Oft versage ich. Wie soll ich das schaffen? Da höre ich seine Antwort an mich (und auch an dich): Das stimmt, alleine schaffst du das nicht. Aber ich bin bei dir. Ich bin dein Retter. Und daher mein Gebet: Herr, rette mich. Rette uns alle!